"Bilder zu kreieren, die sprechen und deren Aussage sich unmittelbar erschließt, ist vielleicht die grundlegendste und schwierigste Aufgabe für Grafikdesigner"
Wir haben also die Aufgabe, Stil- und Gestaltungsmittel zu finden,- aus vorhandenen Materialien die zu Filtern, welche für das Motiv und die mitzuteilende Aussage am geeignetsten sind.
Die Bildsprache entsteht aus der inneren Struktur eines Bildes. Dabei sind die wichtigsten strukturbildenden Elemente Linien und Flächen. Man bezeichnet sie daher auch als Substantive der Bildsprache. In der Analogie zur Schriftsprache sind die Farben die Adjektive; der Bildsprache. Sie kolorieren die Substantive. Weiterhin entstehen durch das Zusammenwirken von Linien, Flächen und verschiedenen Farben Kontraste und Konturen. Kontraste und Konturen sind wichtige Attribute der Bildsprache. Das Basiselement der Bildsprache ist das Bildformat. Es bestimmt nicht nur die äußere Form, sondern auch den Charakter des Bildes.
Für einige Gestaltungsaufgaben eignen sich andere Formate wesentlich besser als die Normalformate der DIN-A-Reihe. Formate wie 3:4 | 2:3 | 5:8 | 1:√2 = DIN A4 | 1:√3 oder 1:√5 gelten nach Jan Tschichold als besonders ausgewogen.
Das Verhältnis 5:8 entspricht dem goldenen Schnitt. Seitenformate deren Seiten fast gleich lang sind, wirken unentschieden und spannungslos.
Wenn das Seitenformat nicht bereits unwiderruflich festgelegt ist, lohnt es sich durchaus, mit mehreren Formaten zuexperimentieren, um ihre Eignung zu prüfen.
All diese Faktoren werden in ihrer Gesamtheit auch als Bildschemata bezeichnet. Von den Bildschemata gehen Symbolwirkungen aus, die über den Wahrnehmungsapparat Assoziationen und Haltungen hervorrufen. Die Bildsprache wirkt auf das Unterbewufltsein des Betrachters. Sie kann beim Betrachter ebenso Gefühle wecken wie auch Spannungen oder Entspannungen erzeugen. Gerade deshalb haben die Mechanismen der Bildsprache in der Gestaltung eine sehr grofle Bedeutung; unabhängig davon, ob es nun um die Gestaltung von Bildern mit eher künstlerischem Anspruch geht oder ob reine Sachverhalte visualisiert werden sollen. Denn dort, wo unbewuflt mit Gestaltungselementen gearbeitet wird, deren Wirkung auf den Betrachter nicht berücksichtigt wurde, können Inhalte und Symbolwirkungen transportiert werden, die entgegengesetzt der beabsichtigten Bildaussage stehen.
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